Weihnachtsbrief
2011
Grüß Gott, ich bin Tomte.

Nach 10 Jahren leiser Arbeit im Hintergrund möchte
ich mich wieder zu Wort melden. In Astrid Lindgrens Bilderbüchern
bin ich verewigt und nun geht es mir so richtig gut am Hof der
Bogenschützen.
Ihr wisst ja, meinen Augen entgeht nichts, wenn
ich des Nachts auf dem Bauernhof nach dem rechten sehe und als
Hüter von Haus und Hof, Mensch und Tier geachtet werde. Die Freude
der Menschen am Hof, der Kundschaft und der Gäste ist groß, wenn
sie mich in der stillen Zeit in der Bauernstube oder im weihnachtlich
geschmückten Hofladen aus der Nähe betrachten können, neben mir
eine Laterne. Die Bäuerin hat die Ladenecke schon vorweihnachtlich
hergerichtet- jede Woche scharen sich mehr und mehr um das Weihnachtsgeschehen.
Zu Anfang der Adventszeit war alles wüst und leer, wie in der
Schöpfungsgeschichte zu lesen ist. Nach und nach wurde die Ecke
belebter – Steine und Kristalle zeigten sich, Moos und Pflanzen
wuchsen für das Reich der Naturwesen. Eines Morgens weideten dann
die Schafe, Eulen usw. gesellten sich dazu. Und nun vor dem 4.Advent
sehe ich Josef und Maria mit dem Eselein auf dem Weg zu Krippe,
die Herbergswirte stehen bereit und die Hirten machen sich auf
den Weg, der Sternsinger vorne weg. Ochs und Esel begnügen sich
derweil an einem Büschel Heu aus der Krippe, das wärmende Stroh,
gibt allem den richtigen Glanz.
-Draußen hat es über Nacht wieder geschneit, langsam
wird es im Haus lebendig – die Tiere im Stall wollen versorgt
sein. Auch die Bäuerin schaut nach dem rechten, bei uns im Hofladen
fügt sie ihrem Schatzkästlein neben uns eine weitere Leckerei
hinzu; da sehe ich Lebkuchen in vielen Formen, Springerle von
der schönsten Seite und selbst hergestellte kunsthandwerkliche
Schätze. Beinahe so schön wie im Knusperhisli auf den Märkten
in den letzten Wochen. Übrigens war ich dabei………war das ein Anblick
frühmorgens, als wir im Marstall ankamen. Auf den Dächern und
dem schönen Zaun ein Zuckerhäubchen, ein Wintermärchen fürwahr.
Ich selber durfte von einem alten Marktwagen aus dem bunten Treiben
zu sehen – oh, hat mir dieser Ausflug gefallen, ich denke, nicht
nur mir, sondern allen Marktleuten. Es ist frühmorgens, und die
Bäuerin freut sich über eine kurze Zwiesprache mit mir. Sie redet
über den voraussichtlichen Tagesablauf, doch auch ein kurzer Rückblick
auf 1o Jahre Hofgeschehen darf nicht fehlen. So vieles hat sich
am Hof und bei den Menschen gewandelt und entwickelt, hierin stimmen
wir überein.

Der Familienbetrieb hat sich auf Weihnachts- Wochen-und
Bauernmärkten etabliert, die gesamte Bogenschützfamilie hat den
Hof als Lebensgrundlage gewählt. Benedikt hat den Stall in Unadingen
gekauft, den er zusammen mit seinem Bruder Simon bewirtschaftet,
Katharina ist für die Pferde und Reittherapie zuständig, sowie
mit ihrem Mann Björn hat sie die Verantwortung für die Märkte
und die florierenden Ferienwohnungen übernommen. Kerstin, zu Benedikt
gehörend, hat den Verkauf im Laden und im Knusperhisli für sich
entdeckt und betreut die Kälbchen mit Herzblut. Volker, unser
Stallmeister wird dieses Jahr tatkräftig von unseren Hausgästen
unterstützt und freut sich darüber. Der Bauer Max – so die Ferienkinder,
ist ständig präsent, arbeitet und berät in diesen durchaus schwierigen
Bauernzeiten. Der Gedanke an die Übergabe nimmt Formen an, zumal
das Großvater-Dasein jetzt doch Wirklichkeit geworden ist und
der Bauer im Januar seinen 6o.Geburtstag feiert. Das schönste
Geschenk für das Haus ist die nächste Generation und die heißt
seit April diesen Jahres Anton! Außerdem kann die Familie 2011
auf 30 Jahre biologisch-dynamischen Landbau zurückblicken
und guten Mutes in die Zukunft schauen. Viele Gedanken jetzt um
den Jahreswechsel, Rückblick auf das Erntejahr 2010, Ausblick
auf das Kommende, sowie Einblick in das Hofgeschehen……..
Jahresrückblick
2011
Anfang Januar
findet die alljährliche Wintertagung unseres Arbeitskreises in
Lembach statt. Die Bedeutung der Hörner war das große Thema dieser
Veranstaltung – es ist jedoch auch ein Lieblingsthema unserer
Bauern hier am Hof. Am 22.1. feiert der Bauer Max seinen 6O.Geburtstag
. Es wird ein schönes Fest, alle helfen zusammen, das Ambiente
im ansprechenden Bürgerhaus in Sumpfohren ist stimmig, Essen,
Musik und der Zauberer Orlando tragen zum Gelingen bei. Und schon
geht der Alltag weiter, der Getreideverlesetisch wird überholt
, so dass Weizen, Roggen und Dinkel gereinigt werden können.
Diese Hausarbeiten ziehen sich noch durch den Februar
hin, während im Aussenbereich die Streuobstwiesen ins Visier genommen
werden.
Berge von Schnittholz müssen im März
versorgt werden und im Gewann Klingental wird wieder einmal eine
Benjeshecke angelegt.
Der kostbare Kompost wird auf die Felder gebracht und schon am
1.April wird der
Hafer gesät. Dazwischen gibt es in der Verwandtschaft einen 5O.Geburtstag
zu feiern – Antons Berliner Oma lädt ein, doch auch Enkel Antons
1.Geburtstag wird gebührend gefeiert.
Der Mai beginnt
mit der Großaktion Präparate ausbringen in Unadingen und Sumpfohren.
Hornkiesel wird gerührt und verteilt. Auch nach dem 1.Siloschnitt
wird nun Hornmist gespritzt. Eine ganz besondere Arbeit, die das
Wesen des biologisch-dynamischen Anbaus ausmacht. Mitte Mai dürfen
die Jungrinder mit dem Viehtransporter in die Bergferien an den
Belchen und werden erst wieder im Oktober zurückgeholt. Siliert
wird in Unadingen und in Sumpfohren wird das 1.Heu gemäht. Nebenbei
wird in der Bergehalle der Boden befestigt und bei der Pferdehütte
gebaggert und eine Drainage gelegt.
Der Juni beginnt
mit der Hufmaniküre der Kühe – der Klauenpfleger Reinhard geht
an die Arbeit. In Frauenfeld ist ein Pferderennen angesagt, wir
machen einen Sonntagsausflug ins Nachbarland und erleben eine
andere Welt. Christos, der 17jährige Grieche zieht bei uns ein,
er wird ein Jahrespraktikum bei uns absolvieren. Er lässt sich
auf uns ein und wir sind froh, dass er die anstehenden täglich
wieder-kehrenden Arbeiten so gut bewältigt. Kerstin, Katharina
und die Bäuerin können sich so wie so nicht beklagen, Christos
tut alles für uns, er meint, er sei halt gerne unter den Frauen
und die Mädels mögen ihn. Gut so, denn die Küche ist seine regelmäßige
Anlaufstelle und wenn die Bäuerin in der Adventszeit noch mit
Lebkuchen und Springerle hantiert und ich Christos etwas zu stecke,
steigt seine Stimmung . Interessierte Fragen seinerseits werden
natürlich beantwortet und auch ich habe Freude an dieser Art von
Zuspruch.
Im Juli beginnt
nun auch die Saison für unseren Bergsteiger Simon – er schafft
sich Freiraum und übt sich am Piz Bernina. Herrliche Bergbilder
bleiben für uns. Der beantragte Stallneubau wird bewilligt, das
Austüfteln und Verhandeln geht weiter.
Meinen runden Geburtstag im Juli „feiere“ ich mit Max, ein Wochenende
abseits tut allen gut. Björn Andersohn, der Fußballspezialist
wechselt seinen Verein und es zieht ihn mit Kollege Nicky Taubert
zum FC Gutmadingen. Neben all diesen Aktivitäten der Hofbewohner
geht der Alltag weiter; misten, melken und füttern der Kühe, jeden
Tag geht es auf die Weide, die Kühe ins frische Gras und Max kontrolliert
die Stromversorgung. Auch Praktikanten wuseln übers Hofgelände,
viele Feriengäste können wir begrüßen - das Haus ist voll bis
unters Dach, der Duft von vielen frischen Brötchen zieht morgens
durch die Gänge. Wir freuen uns - auch auf die bevorstehende Ernte
und auf das endlich gute Wetter.
Im August ist hohe
Zeit bei uns. Dr. Schwob - Helmut Schelling fährt ein zur Ernte,
dieses Jahr ein Volltreffer. Alles passt, so dass in einer Woche
beinahe alles Korn unter Dach und Fach ist. Dankbar und erleichtert
schauen wir vorwärts, zumal uns die Hagelschäden im Vorfeld arg
zu schaffen machten – ein beträchtlicher Teil des Korns war zerstört
worden. Die Regentage im August werden genutzt, um die neue Fruchtfolge
zu erstellen. Strohballen werden geholt und gestapelt, die Äcker
gegrubbert und gepflügt und gesät. Am 24.August feiern wir Sichelhenke
und das Matterhorn, das von Simon und seinem Bergführer erfolgreich
gemeistert wird. Bergvagabunden und schwindelnde Höhen ………. Öhmd
in Hülle und Fülle, auch die Wiesen werden zum letzten Mal gemäht
und heimgebracht. Nach Marktpause geht der Bauer wieder auf seinen
geliebten Wochenmarkt nach Donaueschingen. Er geht gerne unter
die Menschen und der Markt ist sein Metier. Dank an alle Marktkunden,
die unsere Direktvermarktung annehmen und den Bauern Max auch
einmal nach seiner Arbeit fragen und so aktuelles aus dem Bogenschützen
Alltag erfahren.
Im September laden
uns unsere wunderbaren Freunde aus Rheinfelden-Minseln zum nächsten
runden Geburtstag ein – auch dieses freie Fest-Wochenende genießen
wir. Danke nochmals. Und nun ist es endlich soweit! Katharina
besteht den Kutschfahrschein mit Bravour – jetzt fehlt nur noch
die Kutsche! Das passende Pferd muss allerdings auch noch eingefahren
werden. Wir werden sehen.
Der Uropa von Anton aus Berlin verstirbt mit 9O Jahren, ein reiches
und bewegtes Leben ist Vergangenheit. In seinem Buch hat er sein
bewegtes Leben von der Vorkriegszeit bis heute beschrieben.
Der Aufstieg und der Fall eines Generaldirektors.
Danke für Alles Werner Domnik, sagen Deine Familie
aus dem Schwarzwald.
Im Oktober
beginnen die Bauarbeiten für den neuen Laufstall. Baggern, baggern
und nochmals baggern, der Oldtimer zeigt, was er kann. Max und
Benedikt schaffen es, sämtliche Erdarbeiten termingerecht zu bewerkstelligen.
Der Baukran wird aufgestellt. Simon Schillinger, der neue Landwirt
geht mit Elan und Umsicht an die Arbeit, ein Glücksfall für alle.
Die Streuobstwiesen müssen abgeerntet werden, Herr Hirsch mit
seiner Schulklasse von der Waldorfschule VS-Schwenningen ist zur
Stelle und hilft uns, die Äpfel in Säcke zu füllen. Nun laufen
die Vorbereitungen für die Weihnachtsmärkte und unser Knusperhisli
auf Volltouren. Der Duft von Lebkuchen und Springerle zieht durchs
Haus – Anton und Christos lieben dieses Gebäck und stehen öfters
im Türrahmen, um etwas zu ergattern.
Es ist November
und die Betonarbeiten beginnen – das Wetter spielt mit. Die Rinder
aus dem Schwarzwald sind wieder zurück – die Abkalbezeit beginnt.
Ende November sind wir auf der FF Weihnachtswelt präsent, es war
wieder ein Erlebnis für sich. Der Hagelschaden am Stalldach in
Unadingen wird repariert und der Stall winterfest gemacht. Der
Futtertisch des neuen Stalls in Sumpfohren wird betoniert und
aufwändig fertig gestellt.
Der Weihnachtsmarkt in DS im Dezember
hat uns wieder viel Freude und Kundschaft beschert und nun gibt
es doch noch eine druckfrische Neuigkeit im Hause Bogenschütz
– es wird wieder eine Hochzeit geben im nächsten Jahr. Kerstin
und Benedikt gaben dieser Tage freudig diesen Entschluss an uns
weiter.
Alles freut sich mit den beiden.
Allen Kunden, Freunden und Bekannten wünschen wir nun
ein gutes und erfolgreiches Jahr 2012
Jahresrückblick
2010
Der Januar war wieder
geprägt vom Gerben des Dinkels. Die Spuren des Spreus zeichneten
sich auf vielen Wegen ab. Die Wintertagung der Demeter-und anderer
Biobauern in Lembach steht unter dem Thema der Bedeutung der Bienen
und ist gut besucht. Die Solaranlage auf der Bergehalle geht in
Betrieb und Benedikt und Kerstin beginnen mit dem Ausbau ihrer
Wohnung unter dem Dach. Die Kühe und Kalbinnen bekommen ihre Kälber
und Kerstin viel Arbeit.
Auch der Februar
brachte Neues, ein gebrauchtes Verkaufsmobil wird erstanden und
die Märkte in Villingen und Donaueschingen tun sich auf.
Anfang
März wird der Kompost auf die Heuwiesen
gefahren und mein 1.Lämmchen in diesem Frühjahr holt der Fuchs.
Unter der Leitung von Frau Schwarzmeier vom Landwirtschaftsamt
sind die Damen der Hauswirtschaftlichen Schulen zu Besuch-Impulse
für alle Beteiligten sind angesagt.
Der April
beginnt mit der Aussaat des Sommergemenges, Wiesen und das Getreide
wird gestriegelt und Ende März Kleegras gesät. Am 23.April bringt
Katharina im Hebammenhaus in Villingen unseren 1.Enkel Anton Ole
Andersohn zur Welt und gegen 22Uhr hält Anton Einzug auf dem Bauernhof.
Der Geburtsbaum kommt von der Gotte aus den Unterhölzern und die
Namenstafel schafft Götte Simon herbei – alles steht, als die
staunenden Eltern nach Hause kommen. Dankbar erleben wir als Großeltern
jeden Tag neu das Gedeihen unseres Bauernbübleins, ein kerniger
Bursche im Zeichen des Stiers geboren!
Der
Mai begann mit einem überfälligen Kauf
eines Ladewagens. Björns Lieblingsschwein Liselotte bekommt 8
Ferkel - wir Hofleute und die Gäste freuen sich mit uns. Das Jungvieh
wird zum Sommerurlaub an den Belchen gefahren, die EG-Kontrolle
steht an. In Sumpfohren und in Unadingen wird mit dem neuen Ladewagen
siliert.
Der
Juni beginnt mit einer Art Wallfahrt nach
Einsiedeln in der Schweiz. Vier Generationen d.h. Uroma, Großeltern,
Anton und seine Mutter sind unterwegs, um diesen Ort, wo Björns
Schwester als Zahnärztin arbeitet, zusammen zu erleben. Fußpflege
für die Kühe ist angesagt, ein Spezialist verhilft den Tieren
zum besseren Gang. Die Heuernte beginnt und der Naturparkmarkt
vor der malerischen Kulisse in Hüfingen steht an. Einen schönen
Erfolg und gute Gespräche sind bezeichnend für diesen Sommertag.
Der Markt in Villingen wird aufgegeben, der Aufwand hat unseren
Rahmen gesprengt . Ende
Juni, Anfang Juli ist eine Hochzeit in
Frankfurt angesagt, Tobias und Rebecca Bornhofen heiraten, d.h.
raus aus dem bäuerlichen Alltag, hinein ins Vergnügen.
Der Hochsommer im
August steht nochmals ganz im Zeichen der Heuernte,
im Hause Bogenschütz ist tatsächlich kein Bett mehr frei(28),
ausser einer Heumulde. Die hohe Zeit der Getreideernte steht an,
am 20.8. kommt der Mähdrescher auf unseren Äckern zum Einsatz,
der Dinkel ist reif. Der Sommer ist sehr durchwachsen und die
Sorge um das Getreideergebnis wächst, doch das meiste Getreide
eignet sich zum Vermarkten, wir sind sehr, sehr froh darüber.
Auch ein Lagerschaden während der Ernte ist zu vermelden, es war
Samstagnacht und das Wetter war am Kippen…..Simon fuhr am Sonntagmorgen
nach Hockenheim, um das Ersatzteil zu holen, abends führ der Mähdrescher
dann wieder zum Einsatz. Mit vereinten Kräften und hohem Einsatz
sind solche Ereignisse zu bewältigen – passt schon, ist am Ende
die Devise. Regen, Regen…….Nach der Regenzeit wird bis tief in
die Nacht gedroschen, dann, nach der letzten Fuhre, kommt die
nächste Regenperiode.
Anfang September
ist Sichelhenke, der Mähdrescher wird winterfest hergerichtet;
gleichzeitig beginnt schon wieder die Aussaat für das kommende
Jahr. Die Wochenmärkte beginnen wieder und die letzten Praktikanten
treffen ein. Es wird zunehmend schwieriger, geeignete Jugendliche
durch die 3wöchige Hofarbeit zu führen. Doch der letzte Praktikant
aus dem Elsaß heißt David Blanck, ein Winzersohn, der einen sehr
versöhnlichen Abschluss zulässt, also in jeder Hinsicht ein Vorzeigebub.
Als ich dann noch einen gezeichneten Abschiedsgruß in seinem Zimmer
finde, sind wir sehr gerührt. Ein Springerle mit einem Winzermotiv
werde ich für David ins Weihnachtspäckchen legen. Zu unserer Freude
meldet sich Herr Blass von der Waldorfschule Schwenningen, um
mit 42 Schülern die Kartoffeln heim zu bringen. Diese Hilfe tut
gut und wir sagen ganz herzlichen Dank dafür. Das Vieh aus dem
Schwarzwald kommt gut genährt und gesund von Neuenweg zurück,
diesmal auf die Unadinger Weide, wo sie noch bis zum Wintereinbruch
grasen können.
Ende Oktober
fahren die kleine Familie Andersohn und wir beide nach Berlin
zum 90.Geburtstag von Antons Uropa. Danke nochmals an die Berliner
Verwandtschaft für die guten Tage!
Im November
sind die Vorbereitungen für die Weihnachtsmärkte abgeschlossen,
das Knusperhisli und der Hänselstall werden von all unseren Männern
am Hof und der Verwandtschaft mit vereinten Kräften auf gestellt
und in Position gebracht.
Ende Dezember:
Der ganzen Verwandtschaft ein ganz besonderes Danke für die allzeit
bereitwillige Hilfe in Rat und Tat. Unserer verehrten Kundschaft,
Bekannten, Freunden und Verwandten wünschen wir ein gnadenreiches
Weihnachtsfest und ein gutes neues Jahr 2011.
Liebe Grüsse - Ihr Bauernhofteam -
Archive:
Weihnachtsbrief
2009
Ich möchte mit einer kleinen Begebenheit beginnen, die man auch
als „ mein innigstes Weihnachtsgeschenk“ bezeichnen könnte. Wir
d.h. mein Mann und ich hatten den weihnachtlichen Kirchgang so
eingeteilt, dass der Bauer am ersten und die Bäuerin am zweiten
Weihnachtstag zum Gottesdienst gehen.
Ich freute mich besonders auf das gemeinschaftliche
Singen der Weihnachtslieder, doch es war Stephanustag und somit
wurde dieser Wunsch nicht erfüllt. Liturgie hin und Märtyrer her,
der Nachhauseweg war sehr intensiv – ich machte meiner Enttäuschung
Luft. Max schmunzelt heute noch deswegen.
Nach dem Mittagessen erinnerte sich Max, dass uns Kunden aus Schönenbach
auf die dortige Weihnachtskrippe aufmerksam gemacht hatten. Bei
munterem Schneetreiben fuhren wir beide los und fanden das Kirchlein.
Die Türe stand schon offen und Pater Hettel hielt mit den Eltern
und ihren Kindern Andacht, und die erste Frage von ihm lautete:
Welches ist das schönste Weihnachtlied? – Gerührt und voll inniger
Weihnachtsfreude nahmen wir dieses Geschenk an und sangen sämtliche
Weihnachtslieder mit. Anschließend bestaunten wir die volkstümliche
Krippendarstellung mit ihrem elektro-mechanischen Antrieb. Die
Hirten wandern tatsächlich von weit her zur Krippe, nach Dreikönig
sind
es die Weisen aus dem Morgenland.
Gehen Sie zur Krippe nach Schönenbach bei Furtwangen, beschenken
Sie sich mit diesem Erlebnis.
Das vergangene Jahr war sehr dicht, ich möchte es als Marktjahr
bezeichnen.
Die Wintermonate waren geprägt von Versammlungen, Dinkel gerben,
pflügen, Ställe herrichten und Planungen für das kommende Wirtschaftsjahr.
Zur Landwirtschafttagung nach Dornach fuhren wir gemeinsam, während
sich Max dann im Februar aufmachte, und mit den BDM – Bauern zur
Kundgebung nach Brüssel fuhr, in der Sorge um den Milchmarkt.
Seit Januar kamen vermehrt unsere Kälber
zur Welt, alles ging gut.
Kurz vor Ostern dann bescherten mir meine Schafe ihre Lämmer.
Wegen der Fuchsgefahr brachten wir sie in den ersten Tagen ins
Gewächshaus. Leopold , der Widder stand nun Tag für Tag mit seinem
Heimweh vor der Türe, das Wiedersehen tat den Schäflein gut und
bald fanden sich alle wieder zurecht.
Das Frühjahr war geprägt vom grubbern, säen und striegeln. Max
pflanzte mit den Praktikanten eine ca. 300m lange Hecke – ein
lang gehegter Wunsch wurde mit viel Tatkraft und Durchstehvermögen
erfüllt. Die Rinder werden wie jedes Jahr nach Neuenweg in den
Schwarzwald gebracht.
Der Heiratsmarkt am Hof ist eröffnet:Katharina
und Björn tun uns ihre Heiratsabsichten kund und zu aller Freude
bringt Katharinas Stute ein weibliches Fohlen zur Welt – ein wunderbares
Gefühl.
Der Bau der Bergehalle nimmt seinen Anfang, das Fundament wird
betoniert.
Silieren und heuen wird in Angriff genommen, der Sommer mit all
seiner
Intensität steht bevor , Gäste stehen ins Haus – einmal sogar
etwas zuviel!
Der Naturparkmarkt in Hüfingen wird zu einem guten Erlebnis, gutes
Wetter und ein schöner Stand ließ die beiden Tage erfolgreich
werden.
Im August wird Katharina herausgefordert
und geht in die Selbständigkeit. Zum einen hat sie die Märkte
der Familie Wehinger übernommen und steht von nun an am Freitagnachmittag
mit ihrem Fleisch-und Wurstmobil bei der Demeter- Gärtnerei in
Wolterdingen und am Samstagvormittag auf dem Schwenninger Wochenmarkt.
Zum anderen beginnt der Hochzeitsweg mit dem Polterabend im Bürgerhaus
in Sumpfohren; diesem angenehmen Raum gaben die Basen Eva-Maria
und Christine ein wahrhaft grandioses Ambiente. Der Rahmen stimmte,
niemand fiel heraus an diesem Abend. Ein extra Danke an Euch beide
und allen Beteiligten.
Mit der Getreideernte waren wir zufrieden, das Wetter hielt und
die Trocknungsanlage blieb weitgehend ungenutzt.
Die ersten Äcker wurden nun schon wieder bearbeitet und zur nächsten
Aussaat vorbereitet, der Bauernmarkt in Donaueschingen wurde wieder
mit der gesamten Bogenschützen – Crew erfolgreich zum Abschluß
gebracht.
Die Bergehalle ist fertig geworden und eingedeckt.
In Unadingen wurde eine Fütterungsanlage,
ein sogenannter Butler eingebaut, was die Arbeit einerseits erleichtert,
andererseits mehr Zeit für die Pflege der Tiere lässt.Sichelhenke
!
Der Herbst mit dem Michaeli-Höhepunkt hielt Einzug.
Katharina und Björn heirateten Anfang Oktober in der Bräunlinger
Stadt-
Kirche, Herr Pfarrer Bliestle traute die beiden. Als Festraum
hatten Katharina und Björn die Anspannhalle im F.F.Marstall ausgesucht.
Ein Höhepunkt war das Gruppen- Foto mit den ca.90 Gästen – heiter
und nachdenklich zugleich. Ein rundum schönes und gelungenes Fest
mit bleibenden Erinnerungen – dank allen, die zum Gelingen beigetragen
haben, der liebenswerten Verwandtschaft aus Berlin, unserer Oma
Anna und allen Verwandten und Freunde hier bei uns. ---Der Herbst
neigte sich dem Ende zu und Klassen von der Waldorfschule in Schwenningen
waren uns bei der Apfel-und Kartoffelernte behilflich. Das tat
gut. Ein herzliches Dankeschön an euch alle. Immer für Überraschungen
gut ist unser Björn Andersohn. So brachte er seiner Frau zum Geburtstag
einen kleinen Mops ins Haus – Mops Carlson und Kater Bruno
haben sich inzwischen gefunden und öfters sieht man sie als Knäuel
– durcheinander.
Der Winter stellt sich mit Macht ein, es ist Zeit für Max, sich
für die Demeter – Versammlungen zu rüsten. Wenn der Bauer dann
vor der ganzen Mannschaft
seine Eindrücke schildert, ist er wieder ganz der Lehrer und begeisterter
Demeter-Bauer.Die Weihnachtsmärkte werden vorbereitet, dieses
Jahr zeigten wir uns am Weihnachtsmarkt in Bonndorf. Es war unser
Geschenk an Herrn Dr.Spielberger zum 70.Geburtstag, unserem Arbeitskreisleiter,
der uns, zusammen mit seiner Frau Ingrid, all die Jahre mit Tatkraft
und Sachverstand als Tierarzt begleitet. Auf diesem Wege nochmals
alles Liebe und
Gute auf dem weiteren Lebensweg verbunden mit einem herzlichen
Dankeschön.
Die Märkte verlangten wieder von jedem
von uns ganzen Einsatz, Kerstin hatte verstärkt zu tun mit meinen
Anliegen, sie vergoldete u.a. die Marzipanengel auf die Lebkuchen.
Simon und Benedikt, die beiden Milchbauern übernahmen neben ihrer
Stallarbeit den Auf-und Abbaudienst unserer Häuschen. Volker,
unser „Butler“ im Stall in Sumpfohren und unser derzeitiger Praktikant
Julian hielten die Stellung in Haus und Hof. Dank Euch dafür ganz
herzlich.
All unserer Kundschaft, Gästen, Verwandten und Bekannten wünschen
wir
ein gnadenreiches Weihnachtsfest und ein gutes neues Jahr 2009.
Ihre Familie Bogenschütz und Andersohn
Jahresrückblick
2007
Januar: Die Märkte
2006 waren vorüber, die Weihnachtsspiele im Stall mit wenig Zuschauer,
doch um so inniger kamen das Weihnachtsgeschehen und das Hirtenspiel
bei uns Hofbewohnern an. Zum Jahreswechsel hin kamen Gäste in
die Ferienwohnungen
und so war das Haus belebt bis unters Dach. An manchen Abenden
während der heiligen Nächte wurde wieder gesungen und gebetet,
gegessen und Cego gespielt und an Dreikönig nochmals Stall und
Haus beräuchert. Ansonsten war der Monat geprägt von Reparaturarbeiten,
Dinkel gerben und der Jahrestagung der Biobauern in Holzschlag.
Ende Januar dann kam der Wintereinbruch. Simon und Björn bringen
die Käserei wieder in Betrieb.
Februar: Innenarbeiten
und Milchversammlungen wechseln sich ab, Getreide wird in großem
Umfang gereinigt. Max geht auf die Suche nach wintergeschlagenem
Holz für die geplante Bergehalle und findet gute Ware im Braunimger
Wald. Der alte Schweinestall wird in Angriff genommen — der Abbruch
beginnt.
März: Die Bäder
in den kleinen Wohneinheiten werden langsam wohnlich, ich bin
froh, dass sich die Lage langsam entzerrt. An einem Nachmittag
hatte ich die Landfrauen von Sumpfohren eingeladen und die verschiednen
Arbeitszweige erläutert. Am 30.3. geht ein lang gehegter Wunsch
in Erfüllung — wir bekommen Karten für eine Vorstellung des Zirkus
Knie in Schaffhausen. Für uns ein unbeschreiblich schöner Abend,
ich kann im nach hinein dieses Erleben nur wärmstens weiterempfehlen.
April: Der Osterhase
hatte es gut mit uns gemeint: Das Gästejahr begann nun endgültig.
7 Ferkel ziehen in den hinterenTeil des Gartens und finden sich
sehr schnell im Brennesselwald zurecht, Katharina und Björn finden
in Opferdingen ihr Pferd schlechthin —an Ostern holt die Reiterin
ihre Kinga. Die Einheit Reiterin/ Pferd ist unübersehbar und so
stehen alle parat, als Katharina einreitet. Freude auch, als Stella,
das eigenwillige Shettlandpony eintrifft und sofort die Herzen
erobert.Für die Setzkartoffeln ist es höchste Zeit, dass sie unter
die Erde kommen. Praktikanten haben sich angesagt, Arbeit gibt
es genug und die Tischrunde wird wieder die Apostelzahl en-eichen.
Mai: Der erste Grasschnitt
steht an, 4 Wochen früher als im Vorjahr. Die Rinder werden zum
Belchen gefahren und bleiben bis in den Oktober. Die alljährliche
EG-Kontrolle steht an , eine Kindergruppe erfährt den Bauernhof
auf aktive Art und Weise.
Juni: Heuernte beginnt,
das Vieh steht auf den Weiden, unseren Onkel Paul müssen wir beerdigen,
die eigene Endlichkeit wieder einmal vor Augen geführt.
Juli: das Heu kommt
gut in die Scheune — 4 Wochen später als im Vorjahr, die Wetterkapriolen
sind spürbar. Die Pferdeboxen werden installiert — die Eltern
von Björn sind vor Ort und geben ihr Allerbestes. Vielen Dank
nochmals nach Berlin.Wir hatten rechtzeitig in den alten Gästebüchern
gestöbert und entdeckt, dass seit unserem Neuanfang 20 Jahre vergangen
waren und es allen Grund gab zu feiern. Den Familien Bornhofen
und Schelling auf diesem Wege ein kräftiges Danke für all die
Jahre der gelungenen Freundschaft. Solche Glücksfälle helfen im
bäuerlichen Alltag, sie spornen an und sind auch bereit, missliche
Lagen mit zu tragen. Wir freuen uns jedenfalls auf ein fruchtbares
Weiteres.
August: Ernten
und öhmden stehen an — das letzte Getreide wird am 31.8. in der
Trocknungsanlage getrocknet Jetzt ist alles gut — alles ist unter
Dach und Fach!
September: Kleine
Parzellen Öhmd werden noch heimgebracht. Das Landfrauenfest in
Sumpfohren ist wieder sehr ansprechend vorbereitet worden, wir
selber präsentieren uns gut und Kirstin, Björns Schwester aus
Berlin, hilft tatkräftig mit. Kirstin, dem Verständnis des Dialekts
noch nicht mächtig, verstand trotzdem die Einladung eines Lanz-Oldtimer-Traktoristen
zu einer Ehrenrunde. Doch kein bitten und betteln, noch Schmuseworte
brachten die schöne Kirstin auf den Bulldog. Katharina, hat sich
dann als Trostpflaster zu dem Werber auf den Oldtimer gesetzt
und wurde dann lautstark, gerüttelt und durchgeschüttelt, gefahren
und heim gebracht. Lieben Dank an Kirstin. Der Bauernmarkt in
Donaueschingen lässt sich wieder gut an, das Wetter spielt mit.
Oktober: Zwei Schulklassen
der Waldorfschule Schwenningen sind uns behilflich bei der Kartoffelernte
und beim Sammeln des Mostobstes. Herrn Hettinger und Herrn Hirsch
ein herzliches Dankeschön. Die letzten Praktikanten treffen ein
und es wird eng. Immer ein gutes Gespann sind die Jugendlichen
vom Dachsberg und die Mädels von Colmar. Diesmal hatte sich Moritz
Schmiederer aus Brenden angesagt. Schon vorab schätzte Moritz
den Max richtig ein. Der Wälderbue und Bauer Max verstanden sich
prächtig. Als aktiver Unternehmersohn von der Witznau
wusste Moritz in seiner unnachahmlichen Art immer noch eins drauf
zu setzen. Max und Moritz diese beiden es gäbe viele Verse, glauben
Sie mir.
November: Die Weihnachtsmärkte
stehen vor der Tür, die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren.
Anläßlich der Meisterprüfung unseres Jungbauern Benedikt lädt
uns Herr Dr.Schelling ins Rössle nach Fürstenberg ein. Alle sind
eingeladen — 14 an der Zahl waren wir noch Ende November. Es war
ein besonders schöner Abend für Max und mich, mit all unseren
Lieben jene Stunden zu genießen. Zu Benedikts und unser aller
Freude zieht Kerstin, seine Freundin, auf den Hof. Ihr Opa Rolf
hatte den Hof schon im Sommer inspiziert, wir alle denken gerne
an den Besuch zurück. Kerstin hat sich bereit erklärt, sich des
Hofladens
anzunehmen. Schon jetzt sieht man ihre Handschrift,sie hat mehr
Ladenraum geschaffen und ein entsprechend größeres Angebot parat.
Ende November hat nun auch Katharina ihre Prüfung zur Reittherapeutin
erfolgreich bestanden, so konnte sie dann entspannt bei der Weihnachtswelt
im Hänselstall agieren. Mein Vetter Berthold sägt mit seiner mobilen
Holzsäge die ersten Baumstämme für die Bergehalle. Bis Mitte November
hatten wir Gäste — viele gute Begegnungen und Ansporn zugleich,
weiter zu machen.
Dezember: Wir versuchen
trotz der Umtriebigkeit im Hinblick auf die Märkte, bewusst durch
die Adventszeit zu gehen; inne zu halten in einem, besonderen
Augenblick des Tages, um das Licht durch die dunklen Tage und
Nächte zu bringen. Meist brennt schon ein Kerzlein auf dem Küchentisch,
wenn unsere Männer zu den Ställen gehen. Die Natur hält den Atem
an, alles ruht. Die Weihnachtszeit indes birgt Geheimnisse des
Lebens, die auch durch naturwissenschaftliche Betrachtung gefunden
werden können. Schon im Anfang des 20.Jahrhunderts entdeckte der
deutsche Planzenphysiologe Pfeffer in Zusammenarbeit mit dem Russen
Askenas, dass mit dem Beginn der heiligen zwölf Nächte die relative
Ruhe in der Pflanzenwelt ein Ende findet. An Tausenden von Beispielen
konnten sie zeigen, dass die Ruhe des Novembers und Dezembers
zu Anfang der heiligen Nächte abgelöst wird von einer neuen inneren
Tätigkeit im Säftestrom der Pflanzen. Hauptsächlich an Bäumen
konnte beobachtet werden, dass das Steigen der Säfte wieder beginnt.
.... auch, dass oft genau in der Silvesternacht unter dem Eise
der Bäche und Teiche die Schwärmsporen der Algen sich zu regen
beginnen. (Cloos, Das Jahr der Erde)