Unser Bauernhof

 

Jahresrückblicke

Weihnachtsbrief 2011
Grüß Gott, ich bin Tomte.

Nach 10 Jahren leiser Arbeit im Hintergrund möchte ich mich wieder zu Wort melden. In Astrid Lindgrens Bilderbüchern bin ich verewigt und nun geht es mir so richtig gut am Hof der Bogenschützen.

Ihr wisst ja, meinen Augen entgeht nichts, wenn ich des Nachts auf dem Bauernhof nach dem rechten sehe und als Hüter von Haus und Hof, Mensch und Tier geachtet werde. Die Freude der Menschen am Hof, der Kundschaft und der Gäste ist groß, wenn sie mich in der stillen Zeit in der Bauernstube oder im weihnachtlich geschmückten Hofladen aus der Nähe betrachten können, neben mir eine Laterne. Die Bäuerin hat die Ladenecke schon vorweihnachtlich hergerichtet- jede Woche scharen sich mehr und mehr um das Weihnachtsgeschehen. Zu Anfang der Adventszeit war alles wüst und leer, wie in der Schöpfungsgeschichte zu lesen ist. Nach und nach wurde die Ecke belebter – Steine und Kristalle zeigten sich, Moos und Pflanzen wuchsen für das Reich der Naturwesen. Eines Morgens weideten dann die Schafe, Eulen usw. gesellten sich dazu. Und nun vor dem 4.Advent sehe ich Josef und Maria mit dem Eselein auf dem Weg zu Krippe, die Herbergswirte stehen bereit und die Hirten machen sich auf den Weg, der Sternsinger vorne weg. Ochs und Esel begnügen sich derweil an einem Büschel Heu aus der Krippe, das wärmende Stroh, gibt allem den richtigen Glanz.

-Draußen hat es über Nacht wieder geschneit, langsam wird es im Haus lebendig – die Tiere im Stall wollen versorgt sein. Auch die Bäuerin schaut nach dem rechten, bei uns im Hofladen fügt sie ihrem Schatzkästlein neben uns eine weitere Leckerei hinzu; da sehe ich Lebkuchen in vielen Formen, Springerle von der schönsten Seite und selbst hergestellte kunsthandwerkliche Schätze. Beinahe so schön wie im Knusperhisli auf den Märkten in den letzten Wochen. Übrigens war ich dabei………war das ein Anblick frühmorgens, als wir im Marstall ankamen. Auf den Dächern und dem schönen Zaun ein Zuckerhäubchen, ein Wintermärchen fürwahr. Ich selber durfte von einem alten Marktwagen aus dem bunten Treiben zu sehen – oh, hat mir dieser Ausflug gefallen, ich denke, nicht nur mir, sondern allen Marktleuten. Es ist frühmorgens, und die Bäuerin freut sich über eine kurze Zwiesprache mit mir. Sie redet über den voraussichtlichen Tagesablauf, doch auch ein kurzer Rückblick auf 1o Jahre Hofgeschehen darf nicht fehlen. So vieles hat sich am Hof und bei den Menschen gewandelt und entwickelt, hierin stimmen wir überein.

Der Familienbetrieb hat sich auf Weihnachts- Wochen-und Bauernmärkten etabliert, die gesamte Bogenschützfamilie hat den Hof als Lebensgrundlage gewählt. Benedikt hat den Stall in Unadingen gekauft, den er zusammen mit seinem Bruder Simon bewirtschaftet, Katharina ist für die Pferde und Reittherapie zuständig, sowie mit ihrem Mann Björn hat sie die Verantwortung für die Märkte und die florierenden Ferienwohnungen übernommen. Kerstin, zu Benedikt gehörend, hat den Verkauf im Laden und im Knusperhisli für sich entdeckt und betreut die Kälbchen mit Herzblut. Volker, unser Stallmeister wird dieses Jahr tatkräftig von unseren Hausgästen unterstützt und freut sich darüber. Der Bauer Max – so die Ferienkinder, ist ständig präsent, arbeitet und berät in diesen durchaus schwierigen Bauernzeiten. Der Gedanke an die Übergabe nimmt Formen an, zumal das Großvater-Dasein jetzt doch Wirklichkeit geworden ist und der Bauer im Januar seinen 6o.Geburtstag feiert. Das schönste Geschenk für das Haus ist die nächste Generation und die heißt seit April diesen Jahres Anton! Außerdem kann die Familie 2011 auf 30 Jahre biologisch-dynamischen Landbau zurückblicken und guten Mutes in die Zukunft schauen. Viele Gedanken jetzt um den Jahreswechsel, Rückblick auf das Erntejahr 2010, Ausblick auf das Kommende, sowie Einblick in das Hofgeschehen……..

Jahresrückblick 2011

Anfang Januar findet die alljährliche Wintertagung unseres Arbeitskreises in Lembach statt. Die Bedeutung der Hörner war das große Thema dieser Veranstaltung – es ist jedoch auch ein Lieblingsthema unserer Bauern hier am Hof. Am 22.1. feiert der Bauer Max seinen 6O.Geburtstag . Es wird ein schönes Fest, alle helfen zusammen, das Ambiente im ansprechenden Bürgerhaus in Sumpfohren ist stimmig, Essen, Musik und der Zauberer Orlando tragen zum Gelingen bei. Und schon geht der Alltag weiter, der Getreideverlesetisch wird überholt , so dass Weizen, Roggen und Dinkel gereinigt werden können.

Diese Hausarbeiten ziehen sich noch durch den Februar hin, während im Aussenbereich die Streuobstwiesen ins Visier genommen werden.

Berge von Schnittholz müssen im März versorgt werden und im Gewann Klingental wird wieder einmal eine Benjeshecke angelegt.

Der kostbare Kompost wird auf die Felder gebracht und schon am 1.April wird der Hafer gesät. Dazwischen gibt es in der Verwandtschaft einen 5O.Geburtstag zu feiern – Antons Berliner Oma lädt ein, doch auch Enkel Antons 1.Geburtstag wird gebührend gefeiert.

Der Mai beginnt mit der Großaktion Präparate ausbringen in Unadingen und Sumpfohren. Hornkiesel wird gerührt und verteilt. Auch nach dem 1.Siloschnitt wird nun Hornmist gespritzt. Eine ganz besondere Arbeit, die das Wesen des biologisch-dynamischen Anbaus ausmacht. Mitte Mai dürfen die Jungrinder mit dem Viehtransporter in die Bergferien an den Belchen und werden erst wieder im Oktober zurückgeholt. Siliert wird in Unadingen und in Sumpfohren wird das 1.Heu gemäht. Nebenbei wird in der Bergehalle der Boden befestigt und bei der Pferdehütte gebaggert und eine Drainage gelegt.

Der Juni beginnt mit der Hufmaniküre der Kühe – der Klauenpfleger Reinhard geht an die Arbeit. In Frauenfeld ist ein Pferderennen angesagt, wir machen einen Sonntagsausflug ins Nachbarland und erleben eine andere Welt. Christos, der 17jährige Grieche zieht bei uns ein, er wird ein Jahrespraktikum bei uns absolvieren. Er lässt sich auf uns ein und wir sind froh, dass er die anstehenden täglich wieder-kehrenden Arbeiten so gut bewältigt. Kerstin, Katharina und die Bäuerin können sich so wie so nicht beklagen, Christos tut alles für uns, er meint, er sei halt gerne unter den Frauen und die Mädels mögen ihn. Gut so, denn die Küche ist seine regelmäßige Anlaufstelle und wenn die Bäuerin in der Adventszeit noch mit Lebkuchen und Springerle hantiert und ich Christos etwas zu stecke, steigt seine Stimmung . Interessierte Fragen seinerseits werden natürlich beantwortet und auch ich habe Freude an dieser Art von Zuspruch.

Im Juli beginnt nun auch die Saison für unseren Bergsteiger Simon – er schafft sich Freiraum und übt sich am Piz Bernina. Herrliche Bergbilder bleiben für uns. Der beantragte Stallneubau wird bewilligt, das Austüfteln und Verhandeln geht weiter.
Meinen runden Geburtstag im Juli „feiere“ ich mit Max, ein Wochenende abseits tut allen gut. Björn Andersohn, der Fußballspezialist wechselt seinen Verein und es zieht ihn mit Kollege Nicky Taubert zum FC Gutmadingen. Neben all diesen Aktivitäten der Hofbewohner geht der Alltag weiter; misten, melken und füttern der Kühe, jeden Tag geht es auf die Weide, die Kühe ins frische Gras und Max kontrolliert die Stromversorgung. Auch Praktikanten wuseln übers Hofgelände, viele Feriengäste können wir begrüßen - das Haus ist voll bis unters Dach, der Duft von vielen frischen Brötchen zieht morgens durch die Gänge. Wir freuen uns - auch auf die bevorstehende Ernte und auf das endlich gute Wetter.

Im August ist hohe Zeit bei uns. Dr. Schwob - Helmut Schelling fährt ein zur Ernte, dieses Jahr ein Volltreffer. Alles passt, so dass in einer Woche beinahe alles Korn unter Dach und Fach ist. Dankbar und erleichtert schauen wir vorwärts, zumal uns die Hagelschäden im Vorfeld arg zu schaffen machten – ein beträchtlicher Teil des Korns war zerstört worden. Die Regentage im August werden genutzt, um die neue Fruchtfolge zu erstellen. Strohballen werden geholt und gestapelt, die Äcker gegrubbert und gepflügt und gesät. Am 24.August feiern wir Sichelhenke und das Matterhorn, das von Simon und seinem Bergführer erfolgreich gemeistert wird. Bergvagabunden und schwindelnde Höhen ………. Öhmd in Hülle und Fülle, auch die Wiesen werden zum letzten Mal gemäht und heimgebracht. Nach Marktpause geht der Bauer wieder auf seinen geliebten Wochenmarkt nach Donaueschingen. Er geht gerne unter die Menschen und der Markt ist sein Metier. Dank an alle Marktkunden, die unsere Direktvermarktung annehmen und den Bauern Max auch einmal nach seiner Arbeit fragen und so aktuelles aus dem Bogenschützen Alltag erfahren.

Im September laden uns unsere wunderbaren Freunde aus Rheinfelden-Minseln zum nächsten runden Geburtstag ein – auch dieses freie Fest-Wochenende genießen wir. Danke nochmals. Und nun ist es endlich soweit! Katharina besteht den Kutschfahrschein mit Bravour – jetzt fehlt nur noch die Kutsche! Das passende Pferd muss allerdings auch noch eingefahren werden. Wir werden sehen.

Der Uropa von Anton aus Berlin verstirbt mit 9O Jahren, ein reiches und bewegtes Leben ist Vergangenheit. In seinem Buch hat er sein bewegtes Leben von der Vorkriegszeit bis heute beschrieben.
Der Aufstieg und der Fall eines Generaldirektors.
Danke für Alles Werner Domnik, sagen Deine Familie
aus dem Schwarzwald.

Im Oktober beginnen die Bauarbeiten für den neuen Laufstall. Baggern, baggern und nochmals baggern, der Oldtimer zeigt, was er kann. Max und Benedikt schaffen es, sämtliche Erdarbeiten termingerecht zu bewerkstelligen. Der Baukran wird aufgestellt. Simon Schillinger, der neue Landwirt geht mit Elan und Umsicht an die Arbeit, ein Glücksfall für alle. Die Streuobstwiesen müssen abgeerntet werden, Herr Hirsch mit seiner Schulklasse von der Waldorfschule VS-Schwenningen ist zur Stelle und hilft uns, die Äpfel in Säcke zu füllen. Nun laufen die Vorbereitungen für die Weihnachtsmärkte und unser Knusperhisli auf Volltouren. Der Duft von Lebkuchen und Springerle zieht durchs Haus – Anton und Christos lieben dieses Gebäck und stehen öfters im Türrahmen, um etwas zu ergattern.

Es ist November und die Betonarbeiten beginnen – das Wetter spielt mit. Die Rinder aus dem Schwarzwald sind wieder zurück – die Abkalbezeit beginnt. Ende November sind wir auf der FF Weihnachtswelt präsent, es war wieder ein Erlebnis für sich. Der Hagelschaden am Stalldach in Unadingen wird repariert und der Stall winterfest gemacht. Der Futtertisch des neuen Stalls in Sumpfohren wird betoniert und aufwändig fertig gestellt.

Der Weihnachtsmarkt in DS im Dezember hat uns wieder viel Freude und Kundschaft beschert und nun gibt es doch noch eine druckfrische Neuigkeit im Hause Bogenschütz – es wird wieder eine Hochzeit geben im nächsten Jahr. Kerstin und Benedikt gaben dieser Tage freudig diesen Entschluss an uns weiter.
Alles freut sich mit den beiden.

Allen Kunden, Freunden und Bekannten wünschen wir nun
ein gutes und erfolgreiches Jahr 2012

Jahresrückblick 2010


Der Januar war wieder geprägt vom Gerben des Dinkels. Die Spuren des Spreus zeichneten sich auf vielen Wegen ab. Die Wintertagung der Demeter-und anderer Biobauern in Lembach steht unter dem Thema der Bedeutung der Bienen und ist gut besucht. Die Solaranlage auf der Bergehalle geht in Betrieb und Benedikt und Kerstin beginnen mit dem Ausbau ihrer Wohnung unter dem Dach. Die Kühe und Kalbinnen bekommen ihre Kälber und Kerstin viel Arbeit.

Auch der Februar brachte Neues, ein gebrauchtes Verkaufsmobil wird erstanden und die Märkte in Villingen und Donaueschingen tun sich auf.

Anfang März wird der Kompost auf die Heuwiesen gefahren und mein 1.Lämmchen in diesem Frühjahr holt der Fuchs. Unter der Leitung von Frau Schwarzmeier vom Landwirtschaftsamt sind die Damen der Hauswirtschaftlichen Schulen zu Besuch-Impulse für alle Beteiligten sind angesagt.

Der April beginnt mit der Aussaat des Sommergemenges, Wiesen und das Getreide wird gestriegelt und Ende März Kleegras gesät. Am 23.April bringt Katharina im Hebammenhaus in Villingen unseren 1.Enkel Anton Ole Andersohn zur Welt und gegen 22Uhr hält Anton Einzug auf dem Bauernhof. Der Geburtsbaum kommt von der Gotte aus den Unterhölzern und die Namenstafel schafft Götte Simon herbei – alles steht, als die staunenden Eltern nach Hause kommen. Dankbar erleben wir als Großeltern jeden Tag neu das Gedeihen unseres Bauernbübleins, ein kerniger Bursche im Zeichen des Stiers geboren!

Der Mai begann mit einem überfälligen Kauf eines Ladewagens. Björns Lieblingsschwein Liselotte bekommt 8 Ferkel - wir Hofleute und die Gäste freuen sich mit uns. Das Jungvieh wird zum Sommerurlaub an den Belchen gefahren, die EG-Kontrolle steht an. In Sumpfohren und in Unadingen wird mit dem neuen Ladewagen siliert.

Der Juni beginnt mit einer Art Wallfahrt nach Einsiedeln in der Schweiz. Vier Generationen d.h. Uroma, Großeltern, Anton und seine Mutter sind unterwegs, um diesen Ort, wo Björns Schwester als Zahnärztin arbeitet, zusammen zu erleben. Fußpflege für die Kühe ist angesagt, ein Spezialist verhilft den Tieren zum besseren Gang. Die Heuernte beginnt und der Naturparkmarkt vor der malerischen Kulisse in Hüfingen steht an. Einen schönen Erfolg und gute Gespräche sind bezeichnend für diesen Sommertag. Der Markt in Villingen wird aufgegeben, der Aufwand hat unseren Rahmen gesprengt . Ende Juni, Anfang Juli ist eine Hochzeit in Frankfurt angesagt, Tobias und Rebecca Bornhofen heiraten, d.h. raus aus dem bäuerlichen Alltag, hinein ins Vergnügen.

Der Hochsommer im August steht nochmals ganz im Zeichen der Heuernte, im Hause Bogenschütz ist tatsächlich kein Bett mehr frei(28), ausser einer Heumulde. Die hohe Zeit der Getreideernte steht an, am 20.8. kommt der Mähdrescher auf unseren Äckern zum Einsatz, der Dinkel ist reif. Der Sommer ist sehr durchwachsen und die Sorge um das Getreideergebnis wächst, doch das meiste Getreide eignet sich zum Vermarkten, wir sind sehr, sehr froh darüber. Auch ein Lagerschaden während der Ernte ist zu vermelden, es war Samstagnacht und das Wetter war am Kippen…..Simon fuhr am Sonntagmorgen nach Hockenheim, um das Ersatzteil zu holen, abends führ der Mähdrescher dann wieder zum Einsatz. Mit vereinten Kräften und hohem Einsatz sind solche Ereignisse zu bewältigen – passt schon, ist am Ende die Devise. Regen, Regen…….Nach der Regenzeit wird bis tief in die Nacht gedroschen, dann, nach der letzten Fuhre, kommt die nächste Regenperiode.

Anfang September ist Sichelhenke, der Mähdrescher wird winterfest hergerichtet; gleichzeitig beginnt schon wieder die Aussaat für das kommende Jahr. Die Wochenmärkte beginnen wieder und die letzten Praktikanten treffen ein. Es wird zunehmend schwieriger, geeignete Jugendliche durch die 3wöchige Hofarbeit zu führen. Doch der letzte Praktikant aus dem Elsaß heißt David Blanck, ein Winzersohn, der einen sehr versöhnlichen Abschluss zulässt, also in jeder Hinsicht ein Vorzeigebub. Als ich dann noch einen gezeichneten Abschiedsgruß in seinem Zimmer finde, sind wir sehr gerührt. Ein Springerle mit einem Winzermotiv werde ich für David ins Weihnachtspäckchen legen. Zu unserer Freude meldet sich Herr Blass von der Waldorfschule Schwenningen, um mit 42 Schülern die Kartoffeln heim zu bringen. Diese Hilfe tut gut und wir sagen ganz herzlichen Dank dafür. Das Vieh aus dem Schwarzwald kommt gut genährt und gesund von Neuenweg zurück, diesmal auf die Unadinger Weide, wo sie noch bis zum Wintereinbruch grasen können.

Ende Oktober fahren die kleine Familie Andersohn und wir beide nach Berlin zum 90.Geburtstag von Antons Uropa. Danke nochmals an die Berliner Verwandtschaft für die guten Tage!

Im November sind die Vorbereitungen für die Weihnachtsmärkte abgeschlossen, das Knusperhisli und der Hänselstall werden von all unseren Männern am Hof und der Verwandtschaft mit vereinten Kräften auf gestellt und in Position gebracht.

Ende Dezember: Der ganzen Verwandtschaft ein ganz besonderes Danke für die allzeit bereitwillige Hilfe in Rat und Tat. Unserer verehrten Kundschaft, Bekannten, Freunden und Verwandten wünschen wir ein gnadenreiches Weihnachtsfest und ein gutes neues Jahr 2011.

Liebe Grüsse - Ihr Bauernhofteam -

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Weihnachtsbrief 2009

Ich möchte mit einer kleinen Begebenheit beginnen, die man auch als „ mein innigstes Weihnachtsgeschenk“ bezeichnen könnte. Wir d.h. mein Mann und ich hatten den weihnachtlichen Kirchgang so eingeteilt, dass der Bauer am ersten und die Bäuerin am zweiten Weihnachtstag zum Gottesdienst gehen.

Ich freute mich besonders auf das gemeinschaftliche Singen der Weihnachtslieder, doch es war Stephanustag und somit wurde dieser Wunsch nicht erfüllt. Liturgie hin und Märtyrer her, der Nachhauseweg war sehr intensiv – ich machte meiner Enttäuschung Luft. Max schmunzelt heute noch deswegen.
Nach dem Mittagessen erinnerte sich Max, dass uns Kunden aus Schönenbach auf die dortige Weihnachtskrippe aufmerksam gemacht hatten. Bei munterem Schneetreiben fuhren wir beide los und fanden das Kirchlein. Die Türe stand schon offen und Pater Hettel hielt mit den Eltern und ihren Kindern Andacht, und die erste Frage von ihm lautete: Welches ist das schönste Weihnachtlied? – Gerührt und voll inniger Weihnachtsfreude nahmen wir dieses Geschenk an und sangen sämtliche Weihnachtslieder mit. Anschließend bestaunten wir die volkstümliche Krippendarstellung mit ihrem elektro-mechanischen Antrieb. Die Hirten wandern tatsächlich von weit her zur Krippe, nach Dreikönig sind
es die Weisen aus dem Morgenland.

Gehen Sie zur Krippe nach Schönenbach bei Furtwangen, beschenken Sie sich mit diesem Erlebnis.

Das vergangene Jahr war sehr dicht, ich möchte es als Marktjahr bezeichnen.
Die Wintermonate waren geprägt von Versammlungen, Dinkel gerben, pflügen, Ställe herrichten und Planungen für das kommende Wirtschaftsjahr.
Zur Landwirtschafttagung nach Dornach fuhren wir gemeinsam, während sich Max dann im Februar aufmachte, und mit den BDM – Bauern zur Kundgebung nach Brüssel fuhr, in der Sorge um den Milchmarkt.

Seit Januar kamen vermehrt unsere Kälber zur Welt, alles ging gut.
Kurz vor Ostern dann bescherten mir meine Schafe ihre Lämmer. Wegen der Fuchsgefahr brachten wir sie in den ersten Tagen ins Gewächshaus. Leopold , der Widder stand nun Tag für Tag mit seinem Heimweh vor der Türe, das Wiedersehen tat den Schäflein gut und bald fanden sich alle wieder zurecht.

Das Frühjahr war geprägt vom grubbern, säen und striegeln. Max pflanzte mit den Praktikanten eine ca. 300m lange Hecke – ein lang gehegter Wunsch wurde mit viel Tatkraft und Durchstehvermögen erfüllt. Die Rinder werden wie jedes Jahr nach Neuenweg in den Schwarzwald gebracht.

Der Heiratsmarkt am Hof ist eröffnet:Katharina und Björn tun uns ihre Heiratsabsichten kund und zu aller Freude bringt Katharinas Stute ein weibliches Fohlen zur Welt – ein wunderbares Gefühl.

Der Bau der Bergehalle nimmt seinen Anfang, das Fundament wird betoniert.
Silieren und heuen wird in Angriff genommen, der Sommer mit all seiner
Intensität steht bevor , Gäste stehen ins Haus – einmal sogar etwas zuviel!
Der Naturparkmarkt in Hüfingen wird zu einem guten Erlebnis, gutes Wetter und ein schöner Stand ließ die beiden Tage erfolgreich werden.

Im August wird Katharina herausgefordert und geht in die Selbständigkeit. Zum einen hat sie die Märkte der Familie Wehinger übernommen und steht von nun an am Freitagnachmittag mit ihrem Fleisch-und Wurstmobil bei der Demeter- Gärtnerei in Wolterdingen und am Samstagvormittag auf dem Schwenninger Wochenmarkt. Zum anderen beginnt der Hochzeitsweg mit dem Polterabend im Bürgerhaus in Sumpfohren; diesem angenehmen Raum gaben die Basen Eva-Maria und Christine ein wahrhaft grandioses Ambiente. Der Rahmen stimmte, niemand fiel heraus an diesem Abend. Ein extra Danke an Euch beide und allen Beteiligten.


Mit der Getreideernte waren wir zufrieden, das Wetter hielt und die Trocknungsanlage blieb weitgehend ungenutzt.
Die ersten Äcker wurden nun schon wieder bearbeitet und zur nächsten Aussaat vorbereitet, der Bauernmarkt in Donaueschingen wurde wieder mit der gesamten Bogenschützen – Crew erfolgreich zum Abschluß gebracht.
Die Bergehalle ist fertig geworden und eingedeckt.

In Unadingen wurde eine Fütterungsanlage, ein sogenannter Butler eingebaut, was die Arbeit einerseits erleichtert, andererseits mehr Zeit für die Pflege der Tiere lässt.Sichelhenke !
Der Herbst mit dem Michaeli-Höhepunkt hielt Einzug.
Katharina und Björn heirateten Anfang Oktober in der Bräunlinger Stadt-
Kirche, Herr Pfarrer Bliestle traute die beiden. Als Festraum hatten Katharina und Björn die Anspannhalle im F.F.Marstall ausgesucht. Ein Höhepunkt war das Gruppen- Foto mit den ca.90 Gästen – heiter und nachdenklich zugleich. Ein rundum schönes und gelungenes Fest mit bleibenden Erinnerungen – dank allen, die zum Gelingen beigetragen haben, der liebenswerten Verwandtschaft aus Berlin, unserer Oma Anna und allen Verwandten und Freunde hier bei uns. ---Der Herbst neigte sich dem Ende zu und Klassen von der Waldorfschule in Schwenningen waren uns bei der Apfel-und Kartoffelernte behilflich. Das tat gut. Ein herzliches Dankeschön an euch alle. Immer für Überraschungen gut ist unser Björn Andersohn. So brachte er seiner Frau zum Geburtstag einen kleinen Mops ins Haus – Mops Carlson und Kater Bruno
haben sich inzwischen gefunden und öfters sieht man sie als Knäuel – durcheinander.

Der Winter stellt sich mit Macht ein, es ist Zeit für Max, sich für die Demeter – Versammlungen zu rüsten. Wenn der Bauer dann vor der ganzen Mannschaft
seine Eindrücke schildert, ist er wieder ganz der Lehrer und begeisterter Demeter-Bauer.Die Weihnachtsmärkte werden vorbereitet, dieses Jahr zeigten wir uns am Weihnachtsmarkt in Bonndorf. Es war unser Geschenk an Herrn Dr.Spielberger zum 70.Geburtstag, unserem Arbeitskreisleiter, der uns, zusammen mit seiner Frau Ingrid, all die Jahre mit Tatkraft und Sachverstand als Tierarzt begleitet. Auf diesem Wege nochmals alles Liebe und
Gute auf dem weiteren Lebensweg verbunden mit einem herzlichen Dankeschön.

Die Märkte verlangten wieder von jedem von uns ganzen Einsatz, Kerstin hatte verstärkt zu tun mit meinen Anliegen, sie vergoldete u.a. die Marzipanengel auf die Lebkuchen. Simon und Benedikt, die beiden Milchbauern übernahmen neben ihrer Stallarbeit den Auf-und Abbaudienst unserer Häuschen. Volker, unser „Butler“ im Stall in Sumpfohren und unser derzeitiger Praktikant Julian hielten die Stellung in Haus und Hof. Dank Euch dafür ganz herzlich.

All unserer Kundschaft, Gästen, Verwandten und Bekannten wünschen wir
ein gnadenreiches Weihnachtsfest und ein gutes neues Jahr 2009.
Ihre Familie Bogenschütz und Andersohn

Jahresrückblick 2007

Januar: Die Märkte 2006 waren vorüber, die Weihnachtsspiele im Stall mit wenig Zuschauer, doch um so inniger kamen das Weihnachtsgeschehen und das Hirtenspiel bei uns Hofbewohnern an. Zum Jahreswechsel hin kamen Gäste in die Ferienwohnungen und so war das Haus belebt bis unters Dach. An manchen Abenden während der heiligen Nächte wurde wieder gesungen und gebetet, gegessen und Cego gespielt und an Dreikönig nochmals Stall und Haus beräuchert. Ansonsten war der Monat geprägt von Reparaturarbeiten, Dinkel gerben und der Jahrestagung der Biobauern in Holzschlag. Ende Januar dann kam der Wintereinbruch. Simon und Björn bringen die Käserei wieder in Betrieb.

Februar: Innenarbeiten und Milchversammlungen wechseln sich ab, Getreide wird in großem Umfang gereinigt. Max geht auf die Suche nach wintergeschlagenem Holz für die geplante Bergehalle und findet gute Ware im Braunimger Wald. Der alte Schweinestall wird in Angriff genommen — der Abbruch beginnt.

März: Die Bäder in den kleinen Wohneinheiten werden langsam wohnlich, ich bin froh, dass sich die Lage langsam entzerrt. An einem Nachmittag hatte ich die Landfrauen von Sumpfohren eingeladen und die verschiednen Arbeitszweige erläutert. Am 30.3. geht ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung — wir bekommen Karten für eine Vorstellung des Zirkus Knie in Schaffhausen. Für uns ein unbeschreiblich schöner Abend, ich kann im nach hinein dieses Erleben nur wärmstens weiterempfehlen.

April: Der Osterhase hatte es gut mit uns gemeint: Das Gästejahr begann nun endgültig. 7 Ferkel ziehen in den hinterenTeil des Gartens und finden sich sehr schnell im Brennesselwald zurecht, Katharina und Björn finden in Opferdingen ihr Pferd schlechthin —an Ostern holt die Reiterin ihre Kinga. Die Einheit Reiterin/ Pferd ist unübersehbar und so stehen alle parat, als Katharina einreitet. Freude auch, als Stella, das eigenwillige Shettlandpony eintrifft und sofort die Herzen erobert.Für die Setzkartoffeln ist es höchste Zeit, dass sie unter die Erde kommen. Praktikanten haben sich angesagt, Arbeit gibt es genug und die Tischrunde wird wieder die Apostelzahl en-eichen.


Mai: Der erste Grasschnitt steht an, 4 Wochen früher als im Vorjahr. Die Rinder werden zum Belchen gefahren und bleiben bis in den Oktober. Die alljährliche EG-Kontrolle steht an , eine Kindergruppe erfährt den Bauernhof auf aktive Art und Weise.


Juni: Heuernte beginnt, das Vieh steht auf den Weiden, unseren Onkel Paul müssen wir beerdigen, die eigene Endlichkeit wieder einmal vor Augen geführt.


Juli: das Heu kommt gut in die Scheune — 4 Wochen später als im Vorjahr, die Wetterkapriolen sind spürbar. Die Pferdeboxen werden installiert — die Eltern von Björn sind vor Ort und geben ihr Allerbestes. Vielen Dank nochmals nach Berlin.Wir hatten rechtzeitig in den alten Gästebüchern gestöbert und entdeckt, dass seit unserem Neuanfang 20 Jahre vergangen waren und es allen Grund gab zu feiern. Den Familien Bornhofen und Schelling auf diesem Wege ein kräftiges Danke für all die Jahre der gelungenen Freundschaft. Solche Glücksfälle helfen im bäuerlichen Alltag, sie spornen an und sind auch bereit, missliche Lagen mit zu tragen. Wir freuen uns jedenfalls auf ein fruchtbares Weiteres.

August: Ernten und öhmden stehen an — das letzte Getreide wird am 31.8. in der Trocknungsanlage getrocknet Jetzt ist alles gut — alles ist unter Dach und Fach!

September: Kleine Parzellen Öhmd werden noch heimgebracht. Das Landfrauenfest in Sumpfohren ist wieder sehr ansprechend vorbereitet worden, wir selber präsentieren uns gut und Kirstin, Björns Schwester aus Berlin, hilft tatkräftig mit. Kirstin, dem Verständnis des Dialekts noch nicht mächtig, verstand trotzdem die Einladung eines Lanz-Oldtimer-Traktoristen zu einer Ehrenrunde. Doch kein bitten und betteln, noch Schmuseworte brachten die schöne Kirstin auf den Bulldog. Katharina, hat sich dann als Trostpflaster zu dem Werber auf den Oldtimer gesetzt und wurde dann lautstark, gerüttelt und durchgeschüttelt, gefahren und heim gebracht. Lieben Dank an Kirstin. Der Bauernmarkt in Donaueschingen lässt sich wieder gut an, das Wetter spielt mit.

Oktober: Zwei Schulklassen der Waldorfschule Schwenningen sind uns behilflich bei der Kartoffelernte und beim Sammeln des Mostobstes. Herrn Hettinger und Herrn Hirsch ein herzliches Dankeschön. Die letzten Praktikanten treffen ein und es wird eng. Immer ein gutes Gespann sind die Jugendlichen vom Dachsberg und die Mädels von Colmar. Diesmal hatte sich Moritz Schmiederer aus Brenden angesagt. Schon vorab schätzte Moritz den Max richtig ein. Der Wälderbue und Bauer Max verstanden sich prächtig. Als aktiver Unternehmersohn von der Witznau wusste Moritz in seiner unnachahmlichen Art immer noch eins drauf zu setzen. Max und Moritz diese beiden es gäbe viele Verse, glauben Sie mir.

November: Die Weihnachtsmärkte stehen vor der Tür, die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Anläßlich der Meisterprüfung unseres Jungbauern Benedikt lädt uns Herr Dr.Schelling ins Rössle nach Fürstenberg ein. Alle sind eingeladen — 14 an der Zahl waren wir noch Ende November. Es war ein besonders schöner Abend für Max und mich, mit all unseren Lieben jene Stunden zu genießen. Zu Benedikts und unser aller Freude zieht Kerstin, seine Freundin, auf den Hof. Ihr Opa Rolf hatte den Hof schon im Sommer inspiziert, wir alle denken gerne an den Besuch zurück. Kerstin hat sich bereit erklärt, sich des Hofladens anzunehmen. Schon jetzt sieht man ihre Handschrift,sie hat mehr Ladenraum geschaffen und ein entsprechend größeres Angebot parat. Ende November hat nun auch Katharina ihre Prüfung zur Reittherapeutin erfolgreich bestanden, so konnte sie dann entspannt bei der Weihnachtswelt im Hänselstall agieren. Mein Vetter Berthold sägt mit seiner mobilen Holzsäge die ersten Baumstämme für die Bergehalle. Bis Mitte November hatten wir Gäste — viele gute Begegnungen und Ansporn zugleich, weiter zu machen.

Dezember: Wir versuchen trotz der Umtriebigkeit im Hinblick auf die Märkte, bewusst durch die Adventszeit zu gehen; inne zu halten in einem, besonderen Augenblick des Tages, um das Licht durch die dunklen Tage und Nächte zu bringen. Meist brennt schon ein Kerzlein auf dem Küchentisch, wenn unsere Männer zu den Ställen gehen. Die Natur hält den Atem an, alles ruht. Die Weihnachtszeit indes birgt Geheimnisse des Lebens, die auch durch naturwissenschaftliche Betrachtung gefunden werden können. Schon im Anfang des 20.Jahrhunderts entdeckte der deutsche Planzenphysiologe Pfeffer in Zusammenarbeit mit dem Russen Askenas, dass mit dem Beginn der heiligen zwölf Nächte die relative Ruhe in der Pflanzenwelt ein Ende findet. An Tausenden von Beispielen konnten sie zeigen, dass die Ruhe des Novembers und Dezembers zu Anfang der heiligen Nächte abgelöst wird von einer neuen inneren Tätigkeit im Säftestrom der Pflanzen. Hauptsächlich an Bäumen konnte beobachtet werden, dass das Steigen der Säfte wieder beginnt. .... auch, dass oft genau in der Silvesternacht unter dem Eise der Bäche und Teiche die Schwärmsporen der Algen sich zu regen beginnen. (Cloos, Das Jahr der Erde)